Ein Jahr dauerten die Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton an. Im Juli wurde der Fall schließlich auf Empfehlung des FBI geschlossen. Nun hat sich die Behörde zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden und Auszüge aus den Interviews mit der Präsidentschaftskandidatin veröffentlicht.
Clinton hatte während ihrer Zeit als US-Außenministerin von 2009 bis 2013 einen privaten E-Mail-Account für ihre gesamte dienstliche Kommunikation genutzt, eine amtliche E-Mail-Adresse hatte sie nicht besessen. Die Ermittlungen ergaben nun, dass Clinton dafür nie eine Erlaubnis beantragt hatte.
Immer wieder hatte die frühere Außenministerin behauptet, dass ihr die Nutzung ihres privaten E-Mail-Kontos erlaubt gewesen sei. Im Juli hatte sie den Ermittlern dann jedoch gesagt, sie habe nicht explizit um eine Erlaubnis gebeten. Den Ermittlungsunterlagen zufolge sagte Clinton aus, dass niemand während ihrer Amtszeit Bedenken geäußert habe - obwohl alle, die E-Mails von ihr erhalten hatten, wussten, dass sie von einem privaten Konto gesendet wurden.
FBI-Direktor James Comey sagte, Clinton und ihren Assistenten seien zwar "extrem unachtsam" gewesen, doch es gebe keine Beweise, dass "geheime Information absichtlich falsch gehandhabt wurden". Auch gäbe es keine direkten Beweise für Hackerangriffe. Clinton gab während der Befragungen an, dass sie weder die Sicherheitsvorkehrungen auf ihrem Server kannte, noch war sie mit Details der Software genauer vertraut.
Als Grund für die Nutzung ihres privaten Kontos gab Clinton an, dass es eine Frage der Bequemlichkeit gewesen sei. "Jeder im Land wusste, dass ich meine private E-Mail-Adresse nutze, den sie wurde jedem angezeigt, der von mir eine Nachricht erhalten hat." Clinton sagte weiter, dass ihr E-Mails von Kollegen weitergeleitet wurden, ohne dass "jemals Bedenken darüber geäußert wurden, dass vertrauliche Informationen darin stehen könnten."
Das FBI hatte sich dazu entschieden, Teile der Befragung zu veröffentlichen, da der Fall von besonders hohem öffentlichen Interesse sei.
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